Das Seniorenbett: Was ist das – und wer braucht es wirklich?

Kataloge und Online-Shops sind voll von ihnen. Es gibt die günstigen, die gemütlichen, die extra hohen. Dann schauen wir also mal, was diese Seniorenbetten so drauf haben. Sind sie notwendig oder reine Geldmache?

Zunächst: Was ist das eigentlich, ein Seniorenbett? Es gibt keine DIN-Norm dafür, keine Definition oder ein Siegel, so dass im Prinzip jeder Hersteller “Seniorenbetten” anbieten kann. Allgemein kann man sagen, dass es um Schlafen mit mehr Komfort geht. Komfortbett sollte es besser heißen.

Diese Betten richten sich (jedoch nicht ausschließlich) an ältere Menschen, die vielleicht das ein oder andere Handicap haben und nicht mehr so beweglich sind. Drei Dinge bestimmen das Thema Seniorenbett: die Höhe, ein elektrischer Lattenrost und das Aussehen.

Warum ist das Seniorenbett höher?

Das wichtigste Kennzeichen des Bettes ist die erhöhte Liege- und Sitzfläche. Die Standardbetten haben mit Matratze eine Höhe von etwa 40 bis 50 Zentimeter. Seniorenbetten weisen bereits ohne Matratze eine Höhe ab 40 Zentimeter aufwärts auf. Kommt dann noch eine Taschenfederkernmatratze hinzu, die sich dem Schläfer ideal anpasst, wird der Einstieg ins Bett recht hoch.

Vielen Senioren ist ihr aktuelles Bett zu niedrig. Das Aufstehen wird erschwert und unangenehm. Sie müssen sich mit einem höheren Bett so nicht “aus dem Kreuz” nach oben drücken, wenn die Kraft nicht mehr ausreicht oder Sie zum Beispiel Knie- oder Rückenbeschwerden haben. Auch das zu Bett gehen ist einfacher, weil man sich auf eine bequeme Höhe setzt (ähnlich einem Stuhl) und sich dann leicht niederlegen kann.

Somit wird häufig ein Bett mit einer Sitzhöhe von ca. 60 cm als Seniorenbett betitelt.

Das ist allerdings nicht richtig, denn hat zum Beispiel auch jedes Boxspringbett eine solche Sitzhöhe – und Boxspringbetten können in jedem Alter genutzt werden.

Es ist jedoch wichtig, dass das Bett auch nicht zu hoch gewählt wird und man im Sitzen nicht mehr mit den Füßen den Boden berührt. Dann wird der Einstieg nämlich beschwerlich. Es gilt also immer, eine kleine Rechenaufgabe zu lösen: Auflagenhöhe des Lattenrostes + Höhe des Lattenrostes + Matratzenhöhe = Sitzhöhe. Somit ist nicht nur das Bettgestell, sondern auch das, was drin liegt entscheidend. Schließlich geht es um das komfortgerechte Schlafen.

Elektrischer Lattenrost & Matratze für Senioren: Sinnvoll oder nicht?

Ein Bett mit einem Motorantrieb zu haben, hat nichts mit dem Alter zu tun. Wer gerne im Bett liest oder einen Fernseher im Schlafzimmer hat, ist mit einem Motorrahmen bestens versorgt. Auch das übrigens vollkommen altersunabhängig. Ein elektrisch verstellbarer Rahmen ist eher ein Stück Luxus. Er gehört in die Kategorie “Das gönne ich mir mal”.

Allerdings hat ein Motorrahmen im Alter ebenso Vorteile. Auch hier wird das Aufstehen erleichtert, man kann seine Lendenwirbelsäule entlasten oder die Durchblutung in den Beinen optimieren. Dies ist sinnvoll, wenn Sie Schmerzen beim Aufstehen oder Hinlegen haben. Beachten Sie dabei unsere Tipps zum Thema motorisch verstellbarer Lattenrost. Auch höhenverstellbare Lattenroste sind erhältlich.

Für Senioren werden manchmal auch besondere Matratzen angeboten, zum Beispiel extra weiche. Das ist jedoch Quatsch: Eine Matratze sollte sich immer an den Bedürfnissen des Menschen orientieren und nicht daran, wie alt man ist.

Klar, mit zunehmenden Lebensjahren verstärken sich manche gesundheitlichen Probleme, so dass bei der Schlafunterlage auf Ergonomie großer Wert gelegt werden muss. Ohne gute Beratung und ausgiebiges Probeliegen sollte man keine neue Matratze kaufen!

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Die Optik – wie es Ihnen gefällt

Klassische Bettformen sind bei vielen Menschen höheren Alters gefragt. Seniorenbetten werden gerne mit Fussteil angeboten, was bei modernen Betten eher selten zu finden ist. Die Geschmäcker von Personen im etwas erhabenerem Alter sind nun einmal anders als die von jüngeren Menschen.

Das neue Zauberwort: Komfortgerechtes Schlafen

Es beschreibt haargenau, was bei einem Bett zu beachten ist. Deswegen kann man getrost das Wort Seniorenbett streichen und besser vom Komfortbett sprechen. Denn das Wort „Komfort“ trifft es so perfekt wie kein anderes.

Wer sich Komfort gönnen möchte, kann das in jedem Alter. Wir haben junge Kunden, die sich erste Wohnung mit einem höheren Designerbett inklusive motorisiertem Lattenrost und guter Matratze ausstatten. Dieser Personengruppe ist klar, dass das Bett eine Komfortzone ist, in  der man sehr sehr viel Zeit verbringt und in der man sich erholen möchte.

Im Gegensatz dazu gibt es Personen um 60 Jahre, die der gesunden Erholung im Schlafzimmer überhaupt keinen Wert bemessen. Hauptsache billig – aber keinen Komfort. Sicherlich kann man auch “auf dem Boden schlafen”, wie es einige Kunden als ausreichend ansehen, aber Komfort sieht wohl anders aus…

Die Größe des Seniorenbettes

Die Betten gibt es in allen regulären Größen, ob als Einzel- oder Doppelbett. Besonders häufig werden sie etwas breiter und komfortabler gewünscht, so zum Beispiel in der Größe 120×200 cm oder 140×200 cm. Aber auch die klassischen Größen von 90×200 cm oder 100×200 sind beliebt.
Die richtige Größe ist die, mit der Sie sich wohlfühlen. Und meist wünscht man sich im Alter etwas mehr Platz beim Schlafen.

Das barrierefreie Schlafzimmer

Ist das Bett schon höher, bieten sich praktischerweise dazu in der Höhe angepasste Nachttische an.

Oft kommen ältere Kunden zu uns und erkundigen sich nach einem altersgerechten Schlafzimmer oder Seniorenschlafzimmer. Barrierefreiheit ist hier das Stichwort. Beim Schlafraum in Wuppertal sind wir unter anderem auf die Beratung hierzu spezialisiert. Dafür schauen wir uns auch mal die Räumlichkeiten vor Ort an und kontrollieren u.a.:

  • Sind die Türen breit genug, um mit einem Rollstuhl durchzukommen?
  • Gibt es zu hohe Schwellen?
  • Liegen lose Teppiche als Stolperfallen herum?
  • Sollte man die Schränke mit Schiebetüren statt Schwenktüren ausstatten?
  • Kommt man leicht an Steckdosen und Lichtschalter heran?

Übrigens gibt es einen KfW-Zuschuss für Wohnungsbau, wenn man sein Schlafzimmer aus gesundheitlichen Gründen barrierefrei gestalten möchte.

Was ist der Unterschied zwischen einem Pflegebett und einem Seniorenbett?

Schauen Sie sich gern mal im Internet um, was unter dem Begriff “Seniorenbett” angeboten wird. Fällt Ihnen etwas auf? Nicht wenige Hersteller vermischen noch immer Seniorenbett mit Pflegebett. Ein Pflegebett ist etwas vollkommen anderes als ein Komfortbett oder auch als ein Seniorenbett: Wie der Name schon sagt, steht hier die Pflege des Menschen im Bett im Vordergrund. Es wird zum Beispiel nur als Einzelbett angeboten, hat feststellbare Rollen oder teilbare Seitengitter für einen Schutz in der Nacht. Außerdem kann ich es in der Höhe verstellen, um der Pflegekraft die Arbeit zu erleichtern.

Was allerdings möglich ist: In ein Seniorenbett kann bei einigen Modellen ein Pflegelattenrost eingelegt werden, wenn es doch mal zu einem Pflegefall kommen sollte. Somit erkennt man die Möglichkeit der Höhenanpassung von aussen nicht, was einigen Personen sehr lieb ist. Diese Variante kann auch eine Möglichkeit sein, bei einem niedrigen Bettgestell trotzdem auf eine gute Ein- und Ausstiegshöhe zu kommen.

Was kann ich gegen Rückenschmerzen tun?

Haben Sie bereits jetzt Beschwerden, wenn Sie morgens erwachen? Dann ist es Zeit, nicht nur über ein Bett in Komforthöhe nachzudenken, sondern auch über eine neue Matratze. Denn was nützt Ihnen eine Liege- bzw. Sitzfläche in angenehmer Höhe, wenn sich im Bett eine durchgelegene oder nicht stützende Matratze befindet? Rückenschmerzen und Verspannungen sind da programmiert.

Ein Tipp, wenn Sie Ihren Rücken schnell mal etwas Erholung gönnen wollen: Die Stufenlagerung ist dafür eine gute Übung. Einfach flach auf den Rücken legen und Unterschenkel auf einem Hocker o.ä. hochlagern (sollte so hoch sein wie Ihre Oberschenkel lang). Der Kopf wird von einem kleinen Kissen gestützt. Wichtig: Dabei darf man nicht frieren, weil man sonst die Muskeln anspannt und verkrampft.

Wenn Sie ein Seniorenbett mit elektrisch verstellbarem Lattenrost im Schlafzimmer haben, können Sie diese Technik gleich im Bett anwenden.

Was kostet ein Seniorenbett?

Diese Frage ist so ähnlich zu bewerten, wie wenn ich ein Schuhgeschäft gehe und frage, was Schuhe so kosten. Der Kunde entscheidet, welchen Komfort und welche Qualität er möchte!

Wenn man von einem Einzelbett in simpler Ausführung, einem Motorrahmen und einer Matratze (jeweils in Einstiegsqualität) spricht, sollte man ca. 1.500 Euro einplanen.  

Fazit zum Seniorenbett

Es gibt keine genaue Definition für ein „Seniorenbett“. Für uns ist ein Bett immer individuell zu betrachten. Im Rahmen einer Beratung muss man dem Schlafberater einfach seine Wünsche nennen. Was ist einem wichtig, welche gesundheitlichen Dinge sind zu beachten und welche Optik bevorzugt man?

Eigentlich trifft es Komfortbett besser: Schließlich sind die Betten nicht nur für ältere Menschen reserviert und man bestimmt immer selber, welchen Komfort man sich gönnt.

Und es ist bei Seniorenbetten auch wieder wichtig: Ohne eine gute und individuelle Beratung kommt man nicht weiter.  

Bjoern Steinbrink - Schlafberater

Bjoern Steinbrink Schlafberater

Als Schlafberater helfe ich Menschen deutschlandweit am Telefon oder im persönlichen Gespräch vor Ort, die beste Lösung für einen gesunden und erholsamen Schlaf zu finden. In diesem Blog teile ich mein Wissen mit denjenigen, die uns nicht mal eben in unseren Filialen oder Partner-Filialen besuchen können.