Nächtliches Schwitzen: Welche Rolle spielt die Matratze?

nachts schwitzen

Dass wir im Schlaf schwitzen, ist völlig normal. Lassen Schweißattacken Sie jedoch nachts regelrecht schweißgebadet aufschrecken, leidet Ihre Schlafqualität. Oft lässt sich Nachtschweiß durch eine Matratze mit optimaler Wärmeisolation regulieren. Aber auch zahlreiche weitere Faktoren wie Bettdecke und Kissen spielen eine Rolle. Wir erklären, was gegen nächtliches Schwitzen hilft, damit Sie zukünftig wieder richtig gut schlafen.

Wann spricht man von Nachtschweiß?

Der Mensch verliert pro Nacht etwa einen halben Liter Schweiß. Das ist vollkommen natürlich und stört Ihren gesunden Schlaf keinesfalls. Wenn Sie zu starkem Schwitzen neigen, kann dieser Wert allerdings deutlich erhöht sein. Von Nachtschweiß (nächtlicher Hyperhidrose) spricht man, wenn Sie nachts regelmäßig übermäßig schwitzen.

Das Schwitzen im Schlaf kann von einem leichten Schweißfilm auf Ihrer Haut – der jedoch bereits als unangenehm empfunden werden kann – bis hin zum schweißgebadeten Aufwachen mitten in der Nacht oder am Morgen reichen. Schlafanzug und Bettzeug sind dann durchnässt, müssen vielleicht sogar gewechselt werden.

Wenn der Schweiß Ihnen den Schlaf raubt: So kann sich Nachtschweiß auswirken

Nächtliches Schwitzen geht in der Regel mit unruhigem Schlaf einher. Denn nächtliche Schweißattacken können Sie zum einen dadurch wecken, dass Sie als unangenehm empfunden werden bzw. Sie schweißgebadet sind. Oder dadurch, dass Sie zwar zunächst durch ein Wärmegefühl schwitzen, diese Wärmeempfindung sobald Sie nass geschwitzt sind jedoch schnell in ein Kältegefühl umschlägt.

Durch das nächtliche Hochschrecken können Schlafstörungen entstehen. Denn es unterbricht die fünf Schlafphasen eines gesunden Schlafrhythmus’. Dadurch leidet Ihre Schlafqualität. Sie können sich nicht mehr ausreichend körperlich und seelisch regenerieren, fühlen sich am nächsten Tag unausgeschlafen und erschöpft. Auch Ihre Gesundheit und Leistungsfähigkeit wird von unruhigem Schlaf beeinträchtigt.

Außerdem scheidet unser Körper beim Schwitzen nicht nur Wasser aus, sondern auch Salze und Mineralstoffe (z.B. Kalzium und Magnesium). Der Mineralhaushalt kann dann durch viel Trinken, vor allem von Mineralwasser, wieder reguliert werden.

Am besten sollten Sie jedoch versuchen, Nachtschweiß und seinen negativen Auswirkungen auf Ihren guten Schlaf von vornherein entgegenzuwirken. Eine professionelle Schlafberatung in Ihrem Fachgeschäft hilft Ihnen dabei, die individuelle Ursache für das nächtliche Schwitzen herauszufinden. Denn nur wenn Sie die Ursache kennen, können Sie das Schwitzen im Schlaf erfolgreich reduzieren.

Mögliche Ursachen von Nachtschweiß plus Tipps, was hilft

Auslöser im Schlafzimmer und den Lebensgewohnheiten

Die Ursachen für nächtliches Schwitzen sind vielfältig. Häufig handelt es sich um harmlose Auslöser in Ihrem Schlafumfeld oder in Ihren Lebensgewohnheiten. Wenn Sie sich diese erst einmal bewusst machen, sind Sie auch relativ einfach zu lindern:

  • Schwitzen dient der Wärmeregulierung unserer Körpertemperatur. Deshalb können eine zu warme Bettdecke und eine zu warme Zimmertemperatur – etwa durch angestellte Heizkörper im Winter oder durch warme Sommernächte – zu übermäßigem Schwitzen in der Nacht führen. Auf die Eigenschaften der perfekten Bettdecke für “Nachtschwitzer” gehen wir weiter unten genauer ein.
  • Das falsche Raumklima im Schlafzimmer: Eine zu warme Zimmertemperatur kann die Schweißproduktion ankurbeln, aber auch ein zu kaltes Schlafzimmer kann uns schwitzen lassen, da unser Körper versucht, eine Auskühlung zu verhindern. Eine zu hohe Luftfeuchtigkeit kann ebenfalls zu verstärktem Schwitzen führen. Die empfohlene Schlafzimmertemperatur liegt bei 16° bis 18°C. Lüften vor dem zu Bett gehen sorgt für genügend Sauerstoff im Raum und trägt damit ebenfalls zu einem gesunden Raumklima und erholsamem Schlaf bei.
  • Auch Alkoholkonsum am Abend, koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, Tee, Cola und scharfes oder fettiges Essen oder Rauchen können den Stoffwechsel anregen und dadurch die Schweißproduktion erhöhen. Wenn Sie nachts übermäßig schwitzen sollten Sie diese Genussmittel daher vermeiden. Eine gesunde Ernährung kann nächtlichem Schwitzen entgegenwirken.
  • Übergewicht kann ebenfalls eine Ursache für verstärktes Schwitzen in der Nacht sein. Die einzige Lösung hier ist abzunehmen.
  • Vermeiden Sie es, einen warmen, eng anliegenden Schlafanzug zu tragen. Um möglichst wenig zu schwitzen, sollte die Nachtkleidung leicht sein und locker am Körper liegen. Achten Sie auch auf wärmeausgleichende, natürliche Materialien, denn Synthetikfasern fördern das nächtliche Schwitzen.
  • Psychische Faktoren, wie Stress, Ängste und Sorgen begünstigen ebenfalls eine verstärkte Schweißproduktion. Hier helfen Entspannungstechniken und eine Schlafroutine, die Sie abends tiefenentspannt ins Bett gleiten lässt. Beispielsweise ein schönes Buch oder Hörbuch, beruhigende Musik oder ein Tee am Abend. Salbeitee soll beispielsweise übermäßiges Schwitzen lindern.
  • Schlafstörungen und unruhiger Schlaf stehen häufig in Wechselwirkung mit Nachtschweiß. Das heißt, sie können durch das nächtliche Schwitzen ausgelöst werden, dieses andererseits jedoch auch verstärken. Zu den Schlafstörungen, die starkes Schwitzen in der Nacht fördern, zählen etwa Albträume, aber auch nächtliche Atemaussetzer, auch Schlafapnoe genannt.

Erkrankungen und weitere Ursachen von nächtlichem Schwitzen

Nächtliches Schwitzen kann durch die sogenannte idiophatischen Hyperhidrose bedingt sein – eine gesteigerten Schweißproduktion, für die keine klare Ursache und keine körperliche Krankheit als Auslöser festgestellt werden kann.

Möglich ist Nachtschweiß auch als Symptom verschiedener Erkrankungen. Wenn Sie über längere Zeit unter starkem Schwitzen in der Nacht leiden, sollten Sie deshalb unbedingt einen Arzt aufsuchen, um die Ursache sicher abklären zu lassen.

Zu den Krankheiten, die nächtliches Schwitzen auslösen zählen unter anderem:

  • akute Infekte (z.B. Erkältungen, Grippe);
  • Autoimmunerkrankungen (und dadurch ausgelöste Entzündungen, z.B. Rheuma);
  • Hormonumstellungen oder hormonelle Störung (z.B. bei Frauen in den Wechseljahren oder während der Schwangerschaft; Schilddrüsenüberfunktion);
  • Stoffwechselkrankheiten (z.B. Diabetes mellitus)
  • manche Krebsarten/ Tumore
  • psychische Erkrankungen oder Nervenerkrankungen

Das nächtliche Schwitzen kann auch als Nebenwirkung von Medikamenten auftreten.

Das hilft bei nächtlichem Schwitzen: Die richtige Matratze, Bettdecke und Kopfkissen

Ihr Bett spielt eine ganz essentielle Rolle bei der Regulierung und Linderung des übermäßigen Schwitzens in der Nacht. Denn: Ihr Körper gibt den Schweiß an seine unmittelbare Schlafumgebung ab – also an Ihre Matratze, Ihr Oberbett und Ihr Kopfkissen.

Häufig wird starkes Schwitzen in der Nacht durch ein falsches Bettklima ausgelöst. Aber auch, wenn Sie allgemein unter einer erhöhten Schweißproduktion leiden, können Sie trotzdem gut und erholsam schlafen.

Denn übermäßiges Schwitzen darf Ihren guten Schlaf nicht stören. Die passenden Materialien in Ihrem Bett sorgen dafür, dass die Feuchtigkeit schnell abtransportiert wird und verdunstet, ohne dass Sie völlig durchnässt aufwachen.

Bei nächtlichem Schwitzen kommt es also ganz besonders auf die Qualität der Matratze, der Zudecke und des Kopfkissens an. Denn wird die beim Schwitzen entstehende Feuchtigkeit nicht richtig abtransportiert, liegt ein sogenannter Wärmestau vor. Ein solcher kann sowohl durch die falsche Matratze, als auch durch das falsche Bettzeug entstehen und sogar durch den falschen Bettbezug gefördert werden.

Es zählt vor allem die Atmungsaktivität und Feuchtigkeitsregulierung der Materialien. Ein Schweißproblem ist in Wahrheit häufig ein Qualitätsproblem. Nehmen Sie den Nachtschweiß also nicht einfach als unveränderbar hin. Auch für jeden Menschen, der nachts viel schwitzt, gibt es das perfekte Bett.

Eine Schlafberatung in Ihrem Fachgeschäft hilft Ihnen, Ihr Bett optimal auf Ihre persönlichen Schlafbedürfnisse abzustimmen. Denn: Nur mit dem individuell auf Sie abgestimmten Bett erreichen Sie die bestmögliche Schlafqualität.

So hilft die richtige Matratze gegen Nachtschweiß

Die richtige Matratze spielt die wichtigste Rolle für unseren gesunden Schlaf. Bei Menschen, die nachts viel schwitzen wird das einmal mehr deutlich – eine Einheitsmatratze für jeden Menschen gibt es nicht. Denn der nächtliche Schweiß lässt sich oft erfolgreich mit der passenden Matratze regulieren. Aber welche Eigenschaften sollte die richtige Matratze für Menschen haben, die unter nächtlichem Schwitzen leiden?

Vor allem die Wärmeisolation, die Verdunstungsqualität und die Atmungsaktivität sind bei der idealen Matratze für “Vielschwitzer” entscheidend. Es gilt: Je besser die Atmungsaktivität und der Luftaustausch der Matratze, desto angenehmer das Schlafklima. Dabei kommt es sowohl auf den Matratzenkern, als auch auf den Bezug der Matratze an.

Der passende Matratzenkern für Menschen, die nachts stark schwitzen

Taschenfederkernmatratzen sind optimal für Menschen geeignet, die unter nächtlichem Schwitzen leiden. Denn sie sind deutlich atmungsaktiver, als andere Matratzenmodelle.

Die Luftkanäle zwischen den Federn ermöglichen eine optimale Luftzirkulation innerhalb der Federkernmatratze. Dadurch kann die beim Schwitzen an die Matratze abgegebene Feuchtigkeit schnell abtransportiert und wieder an die Umgebungsluft abgegeben werden. So wird Staunässe und Schimmelbildung innerhalb der Matratze vermieden, sodass die Federkernmatratze auch bei “Vielschwitzern” hygenisch bleibt.

Als Alternative kann eine Kaltschaummatratze dienen. Denn Ihre Offenporigkeit macht auch Kaltschaummatrazen relativ atmungsaktiv – mit einer Federkernmatratze können Kaltschaummatratzen in der Regel jedoch nicht mithalten. Auch sollten Sie unbedingt Wert  auf die beste Qualität des Schaumes und auf eingearbeitete Luftkanäle legen, die die einer Federkernmatratze simulieren.

Matratzen aus Naturlatex verfügen ebenfalls über eine gute Feuchtigkeitsaufnahme und -abgabe sowie eingearbeitete Luftkanäle. An eine Federkernmatratze reicht jedoch auch die Naturlatexmatratze nicht. Aufgrund des fehlenden Federkerns ist bei einer Latexmatratze zudem auf eine gute Unterlüftung der Matratze zu achten, damit die Feuchtigkeit ausreichend an die Umgebungsluft abgegeben werden kann.

Von Visco-Matratzen ist Menschen, die unter Nachtschweiß leiden unbedingt abzuraten, da dieses Material das nächtliche Schwitzen noch verstärken kann.

Tipp: Eine optimale Schlafhygiene ist das A und O für guten und gesunden Schlaf. Da Sie eine Matratze jedoch nicht regelmäßig waschen können, kann es bei Menschen, die nachts übermäßig viel schwitzen sinnvoll sein, auf einen Matratzenschoner zu setzen. Auch ein waschbarer Matratzenbezug ist bei starkem Schwitzen zu empfehlen.

Damit Ihre Matratze einen gesunden Schlaf fördert, zählen natürlich noch zahlreiche weitere Faktoren rund um Ihre individuellen Schlafbedürfnisse. Eine Schlafberatung hilft Ihnen dabei, die für Sie persönlich beste Matratze zu finden.

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Der richtige Matratzenbezug bei nächtlichem Schwitzen

Nur mit der richtigen Kombination aus passendem Matratzenkern und passendem Bezug können Sie eine optimale klimaregulierung Ihrer Matratze erreichen. Der Kern kann noch so atmungsaktiv sein – lässt der Bezug keine Feuchtigkeit durch, schwitzen Sie trotzdem. Auch der Matratzenbezug sollte deshalb möglichst atmungsaktiv sein.

Sie kennen es vom Sport: Baumwollfasern nehmen Schweiß zwar schnell auf, geben ihn jedoch nicht wieder ab – das T-Shirt ist von Schweißflecken durchnässt. Eine Funktionsfaser dagegen transportiert die Feuchtigkeit deutlich schneller wieder ab und sorgt damit für ein angenehmes, trockenes Gefühl. Derselbe Effekt trifft auch auf den Matratzenbezug zu.

Ein Mikrofaserbezug kann die Luftzirkulation der Matratze verschlechtern, ein Polyesterbezug reguliert die Feuchtigkeit nicht optimal. Tencel und Lyocell dagegen transportieren Feuchtigkeit optimal ab und sorgen so dafür, dass die Matratze auch bei starkem Schwitzen trocken bleibt. Auch Naturmaterialien in Matratzenbezügen, wie Schurwolle, Kamel- oder Rosshaar sorgen für einen sehr guten Feuchtigkeitsausgleich.

Die Rolle der Bettdecke bei nächtlichem Schwitzen

Die Bettdecke spielt eine entscheidende Rolle bei Schwitzen im Schlaf. Häufig wird empfohlen, sich eine Sommer- und eine Winterdecke anzuschaffen. Es gibt jedoch auch sehr gute Vierjahreszeiten- oder Ganzjahresdecken. Entscheidend ist, dass die Decke die Feuchtigkeit optimal aufnehmen und schnell wieder an die Umgebung abgeben kann. Dabei kommt es – wie bei der Matratze – sowohl auf die Füllung, als auch auf den Überzug an. Wichtig ist, dass die Bettdecke eine optimale Luftzirkulation und eine schnelle Verdunstung fördert – denn Staunässe regt die Schweißproduktion weiter an.

Zudecken können mit synthetischen Fasern, mit Naturhaar oder Daunen gefüllt sein. Naturmaterialien wie die Daune haben den klaren Vorteil, dass Sie auf natürliche Weise einen Temperaturausgleich herbeiführen und so übermäßiges Schwitzen verhindern. Damit Sie unter Ihrer Decke kuschelig weich und trocken gebettet sind, lassen Sie sich am besten in Ihrem Fachgeschäft zu Aspekten wie der individuellen Füllmenge beraten.

Tipp: Auch der Bettbezug kann zu nächtlichem Schwitzen führen. Denn lässt dieser die Feuchtigkeit nicht bis zur Bettdecke durch, findet keine Temperaturregulierung durch die Decke statt. Achten Sie daher auch hier auf atmungsaktive Materialien.

Das passende Kopfkissen bei Schwitzen im Schlaf

Am Kopf schwitzen wir im Schlaf am meisten. Deshalb spielt auch das richtige Kopfkissen eine wichtige Rolle, um Nachtschweiß erfolgreich zu reduzieren. Für das äußere Tuch bieten sich auch hier Materialien wie Tencel oder Lyocell an, als Füllung empfinden viele Menschen, die zum nächtlichen Schwitzen neigen, Rosshaar oder Federkissen wegen des natürlichen Temperaturausgleichs als angenehm.

Beim Kissen zählt jedoch auch eine optimale Stützwirkung, damit keine Nackenverspannungen oder Rückenschmerzen entstehen – am besten lassen Sie sich dazu individuell in Ihrem Fachgeschäft informieren.

Fazit zum nächtlichen Schwitzen und was dagegen hilft

Nächtliches Schwitzen – oder Nachtschweiß – hat zahlreiche Ursachen. Häufig ist das unmittelbare Schlafumfeld der Auslöser – die falsche Matratze oder das falsche Oberbett können zu einem Wärmestau führen.Wichtig ist, dass die Matratze einen optimalen Wärmeausgleich und eine schnelle Verdunstung ermöglicht, damit kein Feuchtigkeitsgefühl entsteht. Auch bei der Bettdecke ist ein optimaler Temperaturausgleich entscheidend. Da wir am Kopf am meisten schwitzen spielt auch das richtige Kopfkissen eine Rolle bei Nachtschweiß. Gerne finden wir in einer individuellen Schlafberatung eine Lösung, damit Sie zukünftig nicht mehr schweißgebadet – sondern gut erholt aufwachen.

Shirin Yilmaz

Shirin Yilmaz

Als Einrichtungsexpertin beschäftigt Shirin Yilmaz mit vielen Aspekten des Wohnens. Neben der Frage nach Materialien, Farben und der bloßen Optik geht es auch immer um den Zweck des Raumes, das passende Klima und die Wohngesundheit, die im Alltag trotz ihrer großen Bedeutung, oft doch nur eine untergeordnete Rolle spielt. In ihren Beiträgen und bei jedem ihrer Aufträge möchte sie deshalb genau hierfür ein größeres Bewusstsein schaffen, damit das Zuhause auch wirklich zur Wohlfühloase wird.